The Trouble with Andre

Mittwoch, 4. Oktober 2006

PSYCHO SOMA

Ich habe keine Menschenkenntnis. Das hat seine Vor- und Nachteile. Ich finde Menschen meist dann schon sympathisch, wenn sie mir Sympathie entgegenbringen. Ich vermute immer das Beste über Menschen, die mir Sympathie entgegenbringen. Deshalb also habe ich auch sehr viel Erfahrungen mit Psychos gemacht. Wegen meiner mangelhaften Abgrenzung. Psychos lieben meine Offenheit und meine Neugier auf Menschen, meine Wertschätzung für Drama. Aber es gibt auch sehr viel gutes über Beziehungen, Freundschaften, Affären mit Psychos zu sagen. Unter anderem wird einem nie langweilig. Man hat ständig etwas, an dem man sich reiben kann. Das hält die Haut straff und die Knochen rüstig. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die Beziehungen, Freundschaften oder Affären mit Psychos haben, einem viel niedrigen Risiko ausgesetzt sind, einen Oberschenkelhalsbruch zu erleiden, als Menschen, die sich mit Normalen und Langweiligen umgeben. Weil sie gar nicht in das poröse Alter kommen, vermute ich. Psychos haben wahnsinnig viel Persönlichkeit, oft sogar mehr als eine. Sie liefern somit Informationsquell für Verwechslungskomödien, Serienmörder-Thriller und RTL-Filme der Woche á la "Ich bin viele". Ein weiterer positiver Nebeneffekt: man nimmt sich selbst weniger wahr, weil der Psycho und sein Drama einen vollständig beschäftigt halten. Der Gesprächsstoff geht einem niemals aus. Man wird immer wieder Menschen begegnen, die ebenfalls Psycho-Erfahrung haben und kann sich bestürzt über die Extremerfahrungen austauschen und versuchen, sich dabei gegenseitig zu toppen.
"Meiner hat mir die Autoreifen zerstochen und behauptet, es sei das libanesische Killerkommando gewesen, das er an der Backe hat, weil er seinem drogenkranken Vater das Leben gerettet hat, damals in Turin."
"Ist ja gar nichts. Meiner hat mich um 50.000 Euro beschissen und meine Wohnung abgefackelt, während ich mich drin aufhielt. Er tat als ob er schlafwandelte."

Jetzt ist es ja aber so, das Erfahrungen, die man wiederholt macht, auf Dauer keinen hohen Wert mehr haben. Weder was das Entertainment, noch was die Bildung und Selbsterkenntnis angeht. Deshalb kann ich sagen, dass meine Psycho-Tage vorbei sind. Mir laufen noch ständig Leute mit Macken über den Weg, und das ist auch gut so, aber wenn ich heute einen Psycho erahne, dann wechsle ich die Straßenseite oder schicke ihn nach dem Sex nach Hause. Vielleicht muss jeder mal selbst die Erfahrung machen, ich jedenfalls bin froh dass ich sie hinter mir habe. Und noch etwas - das wirklich Schlimme an den Psychos ist, dass sie sich selbst für vollständig normal halten und nie auf die Idee kämen, das einzig Richtige zu tun: Behandlung suchen. Deshalb ist der prozentuale Anteil von Psychos außerhalb von Therapiepraxen und Kliniken größer als darin. Wenn Du einem Psycho nämlich seine Psychose nimmst, dann bleibt dahinter zunächst einmal nicht viel übrig. Das Schwarze Loch, das er ohnehin ist und das Dich gänzlich in sich aufsaugen wollte.

Dienstag, 8. August 2006

A BLOGGER´S NERVKRAM

Und wo ich eigentlich den Abend luxuriös mit einem Glas Rotwein Blogs lesen wollte, musste ich mich mit meinem Faxgerät herumärgern. Und der in 40facher Ausfertigung gefaxten Formulierung einer Unterlassungsklage. Wobei mich die Tatsache mehr nervt, dass diese Unterlassungsklagenformulierung in 40facher Ausfertigung gefaxt wurde, als die Klageformulierung selbst. Denn die ist substanzarm. Terror nenn ich das.

Montag, 31. Juli 2006

THE TROUBLE WITH ANDRÉ, 11, goes on and on and on

Lieber André,

es freut mich sehr, zu hören, dass Du mittlerweile genug Geld verdienst, um Dir einen Anwalt leisten zu können und eine Unterlassungsklage anzustreben.
Natürlich kannst Du Dir vorstellen, wie sehr ich jetzt zittere. Vor antici --- pation. Dir in einem Gerichtssaal zu begegnen und Deine Farce amtlich zu machen. Im Anschluss darüber zu schreiben wird mir ein Fest sein. Und mein Anwalt freut sich auch schon, denn er hat einen Sinn für´s Absurde. Baby. Gib´s mir! Du merkst schon, dass Du gerade die Rolle Deines Lebens spielst, oder? Star einer exklusiven Reality-Soap. Ich bin versucht, zu sagen, Pay-TV.

Freitag, 28. Juli 2006

THE TROUBLE WITH ANDRÉ 10, EXTENDED VERSION

http://www.calibanblog.de/2006/07/28/der-kreis-schliesst-sich/

Dienstag, 25. Juli 2006

SO WIRD DAS NIX MIT WIKIPEDIA, ANDRÉ... oder EIN MÄNNLEIN STEHT IM KELLER oder THE TROUBLE WITH ANDRÉ, TEIL 9

http://lexikon.freenet.de/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/22.%20Februar%202006-----4

INFORMATION ART oder THE TROUBLE WITH ANDRÉ, TEIL 8

kali

andré sch. now is a piece of 3k information art. "Der Autor" hat andrés Geständnis in seinem Profiltext in den Blauen Seiten veröffentlicht (Ein Mann mit einem wunderbar perfiden Sinn für dramatisch-humoristische Gesten in klarer Linienführung, adorable!) andré ist seitdem bei Gayromeo verschwunden. Profil gelöscht. Ooops. Nachvollziehbar.
Er wird wiederkommen, soviel steht fest. Mit einem anderen Namen, einer weiteren Vergewaltigung und einem Off-Broadway-Hit, von dem man in Deutschland dummerweise gar nichts mitbekommen haben wird. Vielleicht sogar mit einer eigenen Linie Lügendetektoren auf QVC Albanien. Auf andré ist Verlass.

Wie kriege ich jetzt das schmutzige Grinsen Kalis* vom Gesicht? Und weshalb schadenfreue ich mich nach all den Jahren noch so immens? Und weshalb hat ausgerechnet das fast vergessene Chanson-Duo Shakespears Sister immer die passenden Worte für andré??

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(Ca. 4.20 min.)

*About Goddess Kali:
"Gläubigen sehen sie trotz ihrer schrecklichen Gestalt auch als Beschützerin der Menschen und göttliche Mutter, als Kalima, da ihre zerstörerische Wut sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen Dämonen und Ungerechtigkeit richtet. In dieser furchterregenden Manifestation ist die Göttin zuständig für die Auflösung des Universums, die Sichel in der Hand deutet auf die Ernte, auf das Ende des Lebens. Kali ist auch "Kala", die Zeit - und die Zeit vernichtet und verschlingt alles. Die Sichel ist ihren Anhängern aber nicht nur ein Symbol des Todes sondern kann als Werkzeug der Erlösung verstanden werden: Sie durchschneidet Verwirrung, Unwissenheit und Bindungen und macht dadurch den Weg frei zur Erlösung."
Quelle: wikipedia.org

Montag, 24. Juli 2006

YOU´ RE BLOGGED! oder THE TROUBLE WITH aNDRÉ, TEIL 7

Ich hatte noch nicht erwähnt, dass con-artist-André selbstverständlich auch ein Profil in den Blauen Seiten hat. Zuletzt sah ich ihn dort mit einem Eintrag im Gästebuch meines HIV-Tornados vertreten. (Das hätte mir Frühwarnung sein sollen, aber ich lerne ja nicht, auf meinen Bauch zu hören, was ich ruhig tun sollte, wie meine Therapeutin findet.)
Gestern nach der Arbeit checke ich also die am Tag aufgelaufenen Messages und sehe zwei mir unbekannte Namen. Öffne die erste Message. Sie ist von einem jungen Veranstalter, der von einem namhaften Autoren auf mein Profil verwiesen wurde mit dem Hinweis "wenn Du etwas über André wissen möchtest, kontaktiere den." Die nächste Mail ist von dem erwähnten Autoren, der das Kapitel "The Trouble with André" auf diesem Blog studiert hat und nun einige Fragen hat, die noch der Klärung bedürfen.

Wenn ich mal einen André-Stammtisch machen müsste, es käme eine illustre Runde zustande. Der Mann trifft eine gute Wahl.

André ist also noch aktiv. Baggert sich in nächste Sphären. Was für André nicht so toll ist: dass man beim intelligenten Googeln hier in der Mansion landet und auf meine/seine Geschichte stößt. Eine kleine Schlammspur im Netz. Langsam wird mir die journalistische Funktion des Bloggens bewusst. Bloggen macht mir Freude! André ist offenbar noch lang nicht aus dem Schneider.

THE TROUBLE WITH ANDRÉ...

... continues.

Stay tuned.

Dienstag, 24. Januar 2006

A FOOL, GLAM, I oder THE TROUBLE WITH ANDRÉ, Teil 6

Sorry, very very sorry. Sorry ist der Dick auch. Und ein wenig wütend, vor allem, darüber dass er die große Beichte einen Monat nach Veröffentlichung findet und ganz offensichtlich nicht zu den Freunden und der Familie zählte, der sich Herr André bereits anvertraut hatte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war „Atti“ nämlich angeblich gerade in „London, beim Proben für die neue Show“. Wahrscheinlich hat er sich stattdessen in der Wohnung eingeschlossen, um Herrn Dick nicht zufällig über den Weg zu laufen.
Über anderthalb Jahre hat André Websites gebaut, die seine Geschichte a) erzählen und b) die Fakten der Geschichten in Querverweisen belegen. Er hat Filme erfunden, die mittlerweile in Movie-Datenbanken als “unreleased“ oder “ohne Release-Date“ geführt werden, als habe es sie wirklich gegeben. Sogar das American Film Institute hat nach einer Kopie von “Deed Poll“ angefagt (mittlerweile hat er ihn gedreht). Er hat Filmkritiken mit derselben Verve verfasst wie Interviews mit sich selbst und/oder mit Orlando Bloom. Gegen ihn ist die Eve Harrington in “All about Eve“ ein fantasieloses Waisenkind.

Tragisch, dass das Konzept dieses Hoax eigentlich genial ist. Zum Zeitpunkt des Geschehens wäre sie Spiegel-tauglich gewesen. Andrés schriftstellerische Fähigkeiten stehen seinem Web-Konstrukt in ihrer Vielschichtigkeit in nichts nach, der Junge hatte Talent. Tragisch ist allerdings auch, dass er das Konstrukt nicht als Hoax konzipiert hat, sondern als Alternativrealität, von der er sich bis heute nicht trennen kann, die er immer noch braucht, um “jemand“ zu sein. Noch immer existieren Sites, die er ins Netz gestellt hat, noch immer diskutiert er bei imdb.com und in anderen Foren unter verschiedenen Namen mit sich selbst, noch immer versucht er sich “wichtig zu machen“ und auf eine ganz bizarre Art und Weise ist es ihm sogar gelungen.

Zur Aussprache ist es übrigens nie gekommen. Der Dick fuhr sofort nach der Lektüre des Geständnisses zur Andréschen Residenz, doch ward ihm die Tür nicht aufgetan. Der Dick hatte nämlich am Abend einen Termin mit dem Quatsch Comedy Club und begehrte nun zu wissen, wie man mit den gefälschten Credits umzugehen gedachte. So blieb nur die bewährte Email-Kommunikation, mit der ich Euch an dieser Stelle verschone – mehr dramatische Beteuerung in obigem Stil, nur diesmal in deutscher Sprache.
Der Auftritt im QQC fand trotz gefälschter Vita statt und wurde zum Flop.

Der Dick ist mit der buddhistischen Lehre vertraut und hatte sich längst von dem ungesunden Kontakt gelöst, eine Lehre daraus gezogen und überlegte nun, wie und ob man angemessen auf so eine Mail reagieren könnte. „Please remove me from your mailing list“ schoss es ihm durch den Kopf. Doch dann entschied er sich, auf eine Antwort gänzlich zu verzichten. Kennen Sie den Ausdruck „Von jemandem nichts wissen wollen“? Pretty much sums it up. Doch wie die Abbildungen von Hautkrankheiten in medizinischen Büchern übt die Erinnerung an diese Geschichte eine perverse Faszination aus – manchmal klappt man das Buch an den schlimmen Stellen wieder auf, schlägt es zu und rennt aus dem Zimmer. E ruft ein gänzlich negativ besetztes Staunen hervor, von dem man sich nur mit einem kräftigen Lachen erholen kann.
Und für solche Fälle gibt es ja die message in a bottle, die heutzutage eine message in a blog ist. Raus damit ins Meer des Webspace, wo alles seinen Anfang nahm, als Herr Glamour eines Nachts im Frühsommer 2003 mal wieder mit dem Schwanz gedacht hatte.

Nicht dass Ihr denkt, da wäre noch ein Restherz, das Herr Dick nicht zurückbekommen hätte – nope. Sein Herz ist längst (bzw. unlängst) anderweitig unterwegs. Diese Geschichte, Bloggerinnen und Blogger, war strictly for your entertainment, a blast from the past. Und wenn wir alle imdb.com Glauben schenken können (aber können wir das noch?), dann seht ihr André demnächst neben, zwischen oder in Sharon Stone in „Basic Instinct 2“.

„The trouble with André
is he´s a liar“
(Shakespear´s Sister)

THE TROUBLE WITH ANDRÉ IN HIS OWN WORDS oder TEIL 5

(gepostet in einem Orlando-Bloom-Fanforum)

„In 1999 I moved to Berlin to start my career as an actor-writer. Between October 1999 and April 2001, I went to numerous castings which were all unsuccessful and led to a (quite serious) crisis. The Berlin comedy clubs didn't want to hire an unexperienced comedian. It was like a vicious circle, you know: "We don't take anyone who hasn't got any experiences." -- "But how can I gain experience when no-one lets me perform?" I didn't know anything about the internet when I first entered it in April 2001, I really didn't. After a little bit of surfing I found many, many movie sites, and, well, I so longed to be on one. Out of the blue, I invented "Lullaby of Clubland" and sent the "news" off to an Orlando Bloom fan site. I also told the site owner that Orlando and I have been good friends for several years. There were only two or three Bloom fan sites on the net then, and I had *no* idea that he was going to be so big. I wrote some reviews for my (already existing) one-man comedy shows, and put them up as well.
A couple of months later, after the opening of the first „Lord of the rings“ movie, I found my name spread all over the net. Other fans had invented the "Deed Poll" movie, and some of them wrote that Bloom and I were having an affair. By then, the whole thing had gone way out of my hands already. I had absolutely no idea about the dimensions of the internet, about the quickness with which news and rumours spread themselves via this media, and I was both, amazed (because I really thought it would give my career a lift), and shocked (because I realized that one day the shit would come down and nobody was to
blame but me). I never wanted to disappoint, or hurt anyone. Never!
The original "plan" (if there was any) was "to take these lies and make them true somehow" (to quote George Michael), and, for a while, anyway, it seemed to work: I *did* the cameo in Peter Greenaway's movie (and I think it was for the comedy "reviews" on the net), I did make a guest appearance on "London's Burning", and only recently I got the offer to perform in one of Germany's biggest and best comedy clubs. (...)
By December 2001, this whole internet thingy had also taken over my "real" life. I told my "real" friends and even my family that I was working in England. They were happy for me, and for about one year, I got my boyfriend back (well, I know it was for the wrong reasons, but I didn't care then). Even though I didn't post any more lies since May 2002, I had to keep myself updated and surf the net constantly to adjust my "real" life (which was by then practically non-existent) to the internet rumours. By January 2003, some boardies (or rather ex-boardies) found out by checking the IPs of several sites I have made. Instead of telling me, they claimed to be my personal friends. They came to visit me, they even spent several weeks with me in my flat. It wasn't until May that they started blackmailing me. I should confess publicly, erase all my false sites, close this board, quit the internet entirely, and "never work as an actor" ("You are not an artist, you're a piece of shit, nothing but a liar," were the exact words of a certain someone.).
Two months ago I worked up the balls to tell my family and friends, and I have lost practically everyone. I don't blame anyone but me, it was my own fault, I brought it all about, and there is no reason for self-pity. I am frightfully ashamed of having done this to you, to them, to me, to everyone. As I said, I never wanted to hurt anyone, I didn't want to cause this disappointment. The one and only reason was to get attention from people who might be able to give me a job.
I wanted to tell you by the end of July, but by then I was in such a bad state of mind that I saw myself unable to deal with dozens of E- mails, because I had a lot of trouble with my parents and my then- friends.
Alright, now I am all alone and I am strong enough to tell you, to face my shame. I am so sorry. I AM SO DAMN SORRY!
Let me assure you that everything I told you about my feelings, my thoughts, and plans was absolutely true. Everything I told you about what I did in the past few months was true. But I am not a celebrity, I know only a few German celebrities, I did only appear in one film so far, and I did only a couple of comedy performances in Germany so far.
A couple of weeks ago, I deleted all the sites I have put up back in 2001 and early 2002. I have written many E-mails to many boardies and ex-boardies to explain and apologize; many of them knew the truth anyway because they have been told already.
It is not over. Even though I did practically everything they have "asked" for, the threatening does not stop. (One of the ex boardies that befriended and then blackmailed me even stole a collection of my favourite CDs and keeps sending me text messages on my mobile phone.) I hope it will stop now. Once again, I can't turn back time. I would if I only could. I cannot undo the hurt and disappointment that I've caused, I cannot give back the precious time you've wasted on me. I can only apologize from the bottom of my heart and promise to tell you the truth and not spread any more lies. I
am very, very sorry.
André"

To be continued.

Tell me the truth

"It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting." Douglas Coupland, "Eleanor Rigby".

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