Eigentlich ist es ja Pilcher, wenn Nicole Kidman die Farm ihres ermordetenen Mannes auf Vordermann bingen, und dafür erst einmal das Rauhbein Hugh Jackmann für sich gewinnen muss. Wie sie dann entschlossen und mit Unterstützung ihrer SklavenNegerAboriginies Hausangestellten eine Kuh-Herde durchs Outback treibt, um so dem bösen Großgrundbesitzer und Kuhdieb eins auszuwischen. Ein ganz netter Film für den Muttertag wäre das. Aber dann sind da die pornografischen Titten von Hugh Jackmann, die entzückende Albernheit des Intros. Die wunderbaren Verweise auf den "Wizard of Oz", die Leuchtkraft der Bilder, die aus "Australia" eben "Australia"machen. Ein kräftig fettes Opus, das einen glamourös um den Finger wickelt. Ein Film wie ein Kontinent, vergleichbar mit "Giants", nur verspielter. Und man wird "Somewhere over the Rainbow" noch einmal ganz ganz neu hören. Kaufen!
In den Spiegel schauen und Tante Rosa sehen, wegen der Erde auf Wange und Stirn vom Schweißabwischen beim Pflanzen. Und dann mit vielen Falten lachen. Schön.
Ich hab den Schmutz dann auch den ganzen Tag und Abend nicht abgewaschen, Frau Koma fand auch es sei eine Zier, und so am eigenen Leib erfahren, wo das Make-up vermutlich mal seinen Ursprung hatte.
Es musste klirrend kalt sein dafür, gestern nacht war es soweit, ich habe den Polarfuchs das erste Mal ausgeführt. Die zehn Sekunden über die Straße in ein überheiztes Taxi. Ich hab das Fenster runtergekurbelt, was auch den Taxifahrer freute, denn ich habe gerade keinen Geruchssinn und war vermutlich mit Narciso Rodriguez überparfümiert. Das duftet auf einer Fledermausfrequenz. Samtig, süß, ein bisschen orientalisch, einen Moment scharf und durchdringend und dann ist es schon wieder weg, versteckt sich irgendwo. Der Fahrer nahm die wirklich kürzeste Strecke - ich kann nur den Tipp geben: überparfümieren Sie und kein Taxifahrer wird Sie mehr abzocken. Dann schloss ich die Autotür, die Kälte hüllte meinen Duft ein, ich zog den Fuchs enger um den Hals und wäre gern noch eine halbe Stunde so polarfuchsierend durch die Kälte gelaufen wie Marlene im wallenden Satinkleid durch die Wüste. Aber ich hatte ja eine Einladung, auf der der Fuchs mir einen neuen Freund in Gestalt eines Katers bescherte. Der sah den Fuchs in meiner Tasche, die ich aus Sicherheitsgründen schloss, und dann kam er zielstrebig zu mir weil Fuchs und ich eben beide nach Narciso Rodriguez dufteten.
Gestärkt mit süßester Feuerzangenbowle und wieder das Eistier um den Hals gelegt, spazierte ich die dunkle Straße im Prenzlauer Berg hinab, bog in die nächste hell beleuchtete Hauptstraße, ließ einige Taxis an mir vorbeiziehen, klopfte der Volksbühne auf die Schulter, fröstelte nur ein klitzekleines bisschen und hatte einen Starletmoment. Wo man das weiße Fell durch die schwarz behandschuhten Hände gleiten lässt, es nah an der Haut im Nacken spürt, weich die Körperwärme reflektierend. Was wäre die Welt ohne Accessoires? Ohne kleine teure Momente des Luxus? Und ohne Menschen, die verstehen, dass ein Pelz nicht nur ein Tierfell ist, sondern ein Penthouse über den Wolken, wo immer die Sonne scheint und blonde Engel in bleich funkelnden Paillettenroben mit Haltertop mit ihren platinfarbenen spitzen Fingernägeln Schneesterne aus Diamantenfetzen stanzen, leise singend, wie zu sich selbst. Und duften, ja duften.
"It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting."
Douglas Coupland, "Eleanor Rigby".