Glam gruebelt

Donnerstag, 5. November 2009

@ Tod Spango: LOVING THE ALIEN

Hatte "Ship of Fools" komplett falsch in Erinnerung*, mit einer Ausnahme, der Oskar Werner - Simone Signoret storyline. Es ging mir mit Oskar wie damals - herzeröffnend, und Simone tat mir in ihrer Rolle ein wenig leid und in ihrer Besetzung noch ein wenig mehr, denn was hätte Marilyn wohl aus diesem Part rausgeholt, 38jährig, had she lived to that age. Ist Oskar nicht ein Blutsbruder von Monty Clift? Hätten die beiden nicht zusammen glücklich werden können? Oder gar zu dritt?

Vampire sind seit "Twilight" leider der Pferderoman/Comic des 21. Jahrhunderts. Pale Beauty. Früher sehnten sich Mädchen nach was Strammem zwischen den Schenkeln, heute nach was Feuchtem an der Kehle. Eine eigentlich spannende Entwicklung, bedenkt man, dass Vampire immerhin ein Jahrhundert lang für Sex ohne Liebe standen - jetzt stehen sie für Liebe ohne Sex, quasi. Vampire sind gemickeymouset worden. Schuld ist Anne Rice. Ja, Coppola auch. Und dennoch ist Coppola´s Dracula der Höhepunkt des Vampirs in unserer Kulturgeschichte. Believing the strangest thing.

*Ich hatte ihn mit einem anderern Oskar-Werner-Film, "Voyage of the Damned", vermischt.

Mittwoch, 4. November 2009

GIFTED GLAM

Ich geh dann von diesen Abenden nach Hause, kopfschüttelnd vor Wunder, wieder mal erfahren habend, wie privilegiert ich bin. Und weiterhin kopfschüttelnd über die Idiotie der Berliner Presse, zu schweigen, ganz zu schweigen von der selbstverschuldeten Lethargie so mancher, denen etwas, das man umsonst bekommt, als geringwertig erscheint, so dass man das Geschenk am End gar nicht annimmt. Ein bisschen wie ein Scheck in der Post, den man versehentlich mit der Werbung in den Müll schmeißt.

Weitere Geschenke: "Ship of Fools" endlich auf DVD. Desweiteren "Boom" und "Me and my Shadows". Man muss halt doch manchmal zu Dussmann gehen, wenn man das Gefühl hat, Amazon leer gekauft zu haben.

Sonntag, 1. November 2009

BIG GLAMMIE

Und wir schauen so "Grey Gardens" und Jessica Lange steht auf der Terrasse und verschränkt die Arme vor der Brust, und ich denk - Schau mal - dieser Archetyp Mutter-die-Kind-nicht-gehen-lassen-will, das gibt es wirklich nur wenn man so eine Mutter hat, oder eben als Archetyp, aber das, was in der Frau vorgeht da jetzt gerade, wie sie das Kind ziehen sieht und es zerreißt sie, das ist so ur-weiblich, das kann kein Mann, das muss was mit der Nabelschnur zu tun haben.

Und dann ist der Film vorbei, der Nachmittag fast rum, sein Flieger geht bald und wir sagen Tschüss und nehmen uns in dem Arm, und nehmen uns nochmal in den Arm und geben uns einen Kuss, und ich sag "Love you", und er sagt "Love you too", und dann drücken wir uns und irgendwo in mir hör ich den Ruf: "Edie? Eeeeedie?!"

Und dann mach ich die Tür hinter ihm zu und verschränke die Arme vor der Brust und fühle keine Zerrissenheit, keine Nabelschnur, weil mit ihm ist es so - wenn er weg ist, ist er weg, wenn er da ist, ist er da. Und man muss es zu schätzen wissen. Das Kind macht schon das Richtige. Er kommt schon klar. Er ist ja erwachsen und es geht ihm gut. Sein zuhause ist anderswo. Und gehe und mach den Schrank auf und nehme mir Cracker und Paté. Gar kein Sektglas mehr da? Ach, das Marmeladenglas tut´s auch.

Dienstag, 27. Oktober 2009

GLAMBASSY

Den ersten Glamour-Event der Woche überstanden. Wacker. Als ich erfuhr, dass der Abend doch nicht in der Botschaft, sondern beim Gesandten und seiner Gattin zu Hause stattfinden wollte, da wurde ich doch etwas nervös. Bei so ´ner großen Einladung kann man ja immer unauffällig am Rand rumlungern oder sich im Großen Stil daneben benehmen, aber je familiärer, desto mehr Aufmerksamkeit ruht auf einem. Diese Sorge hatte wohl nicht nur ich. Als ich eintraf, waren bereits zwei Menschen da, die ich kannte - einen, den ich in der Vergangenheit schon verabschiedet hatte, und eine, die mir vor etwa einem Jahr vorgestellt wurde. Beide begrüßten mich stürmisch, bei ihm nicht verwunderlich - er hat kein Format und war genau so nervös wie ich auf diesem Terrain. Bei ihr überraschte es mich dann doch, denn sie hatte mich beim Kennenlernen noch mitten im Vorstellungssatz stehen lassen. Gestern hing sie an mir wie eine Klette, bis der Ehrengast erschien und sie nicht länger nur mich hatte. Förmlich unoffiziell verteilten sich ca 20 Menschen über die Charlottenburger Wohnräume, ganz zwanglos flog das fliegende Buffet, wie Monde kreisten die Gäste um mehrere Sonnen - Gesandter, dessen Gattin, Ehrengast. Irgendwann merkte ich, dass es nicht anders war als bei meinem Parties - schillernde Menschen aus allen Bereichen des Lebens, nur dass hier anteilig mehr Wirtschaft und Politik verteten war als bei meinem Parties und es ein klitzekleinwenig förmlicher zuging. Es gab Wein aus dem Land des Ehrengastes, ich hielt mich, wie der Ehrengast, allerdings an den Champagner. Nach ein paar Gläsern war es dann sehr angenehm, mit Fremden mit lustigen Akzenten ins Gespräch zu kommen, wobei ich zugegebenermaßen die meiste Zeit mit Ehrengast und Gatten verbracht habe. Und als es gerade richtig schön war und ich dachte, wunderbar die beiden mal wieder zu sehen, it´s been too long, und unsere Eskapaden der vergangenen zehn Jahre vorm inneren Auge vorbei zogen, da fiel mir ein, dass dies ja erst der Auftakt für zwei glamouröse Wochen ist, dass ich mit dem Auto da bin, und dass ich spätestens Mittwoch wieder in den Genuss der Gesellschaft kommen würde, also bedankte und verabschiedete mich, nahm mir meinen Dolce-Mantel, der für solche Anlässe geschaffen ist, setzte mich in den Wagen und fuhr durch den Nieselregen nach Hause, entlang an Schlössern und Botschaften, Parks, Flüssen und Kanälen, während Herbstlaub durch die milde Luft flog und die Scheibenwischer quietschten.

Sonntag, 25. Oktober 2009

INSELN

Mittag mit Star bei Gravis, Drucker gekauft und bei Espresso zwischen lauter Macs erkundigt sie sich nach "Ashby House" und ich gewöhne mich langsam an die Interviewsituation, wenn jemand fragt, worum´s in dem Roman geht. Eigentlich über Ghostwriting. Praktiziertes Ghostwriting. Aber eigentlich ist es eben eine Soap Opera, die in einem Haus spielt, wo im Turmzimmer immer Menschen verschwinden, aber das Haus hat gar keinen Turm. Sie macht das gut mit dem Interview, ist mal ein Seitenwechsel für sie. Nach einem schmackhaften Americano, serviert von einem atemberaubenden Lockenkopf, der in einen Sandalenfilm gehört, sind wir dann doch beim "Du", nach einem halben Jahr der Verweigerung. Nicht plötzlich, sondern ganz amtlich, mit förmlicher Anfrage "Glam, wir können jetzt aber wirklich "Du" sagen, es sei denn Sie möchten das nicht."

Am Nachmittag "Shutter Island" weiter gelesen. Am Abend, nicht weniger begeistert, 4 Folgen "Harper´s Island" angeschaut. Dazwischen ein Stündchen geschlafen und ein Stündchen mit einem Polen gepoppt.

Schön gewesen.

Montag, 19. Oktober 2009

IM TEE oder HANDLUNGSREISEN oder SAG ZUM ABSCHIED LEISE SERVICE

So Läden, wo man sich immer fragt - wie halten die sich? Wer kauft diesen kranken, aromatisierten, pestisch duftenden Tee und diese Tee-Services? Um dann, vor mehr als zehn Jahren das traumhafteste aller Tee-Services geschenkt zu bekommen. Das mit dem Efeu. Und die Rosen-Teekanne, die wegen häufigen Gebrauchs schnell zu Bruch ging und ersetzt wurde von der zum genau gleichen Geburtstag geschenkt bekommenen Tee-Service-Teekanne in schlicht meets eckig, die ich eigentlich nicht mochte, die mich aber gut zehn Jahre morgens begeitet hat und mir ans Herz gewachsen und heute morgen zu Bruch gegangen ist. Ohne Vorwarnung. Ein Riss ging plötzlich durch sie hindurch. Vielleicht hat sie den Eifel-Vulkan gesehen, ich nicht, ich hatte Essensgäste, einen menschlichen und einen hündischen, beide equally bezaubernd. Ich mag den Anblick von Hundenapf auf dem Flur. Zurück jedoch zum Tee - weiß jemand, ob es noch diesen Teeservice-Laden gibt, unter der Galerie Lafayette? So what, ich muss eh nach Mitte und eine DVD exklusiv offerieren. Persönlich ist persönlicher als am Telefon. Teelefon.

Sonntag, 18. Oktober 2009

SHUTTER ISLAND



Dass ick mal nen Scorsese verlinke, hätt ick och nich jedacht. Aber dit Buch is schon mal jeordert.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

NOTE TO GLAM oder WHAT THIS IS ALL ABOUT

Und dann mit dem russischen Patenkind zu skypen, nach diesem Tag, an dem so viel Vergangenes wieder lebendig wurde, das macht den Anker in der Gegenwart aus. I´ve come a long way. Long. Und meinen Wert, den schätze ich. Und jetzt weiß ich, wo. (Insgeheim weiß ich das seit meiner vorletzten Geburtstagsfeier, aber pschhhhhht!)

DeeVD

Und so hatten wir das nicht mal damals, wenn eine neue CD rauskam, das war dann so - na ja, isse endlich da, sieht zu 50% aus wie die D. sie wollte, zu 50 % wie der T. Also so, dass keiner der daran Beteiligten enthusiastisch sein konnte, immer Kompromiss. War dann halt da und ging in den Handel. Nur, dieses Mal ist es anders. Idealistisch, wie in den Anfängen. Scheiß auf den Markt, der nichts will - wir machen trotzdem, wird schon. Scheiß auf den Handel und die Mediamarkthalsabschneiderei - gibt´s halt nur exklusiv, ist ja auch exklusive Ware. Und das ist der Plan, und es fühlt sich gut an. Abenteuer. Morgen isse da. Hier.

Und dass ich da saß, heute morgen, und überlegte, ob ich die Geschichte vom Flughafen-nahen-Lover aufschreiben sollte, und dann klickte ich, was genau vor einem Jahr und vor zwei Jahren hier festgehalten wurde, und da war sie - die Geschichte. Schon geschrieben. Und warum sie mich immer am gleichen Herbst-Tag hauntet - Marilyn knows, I don´t.

Morgen. DeeVd. Freu!

SCORPIO RISING

signing

Unser allererstes Treffen wäre im Adlon gewesen, aber nach einer Stunde des vergeblichen Rumsitzens hatte ich die Segel gestrichen, so dass das Kennenlernen am Telefon stattfand, mehrere Wochen lang tauschten wir Ideen für unser Projekt aus, jeden Tag mehrmals. Das erste Mal gegenüber standen wir uns, als sie in Berlin eine Signierstunde hatte, ich holte sie ab, dann gingen wir Schuhe kaufen, später am Abend aßen wir im Adlon zu Abend. Wie jedes Erlebnis mit ihr erinnere ich den Abend auch nur noch als surreal. Und dass der Chablis köstlich war.
In den nobleren Geschäften rund um Friedrichstraße und Ku´damm kannte man mich dann bald als "den Begleiter von..." und im Department Store des Quartier 206 wusste man, welches Parfum ihr gefiel, so dass ich mit Geburtstagsgeschenken immer richtig lag.
Im Borchardt hab ich eigentlich immer nur Bratkartoffeln gegessen, sie meist Austern. Die BZ verpasste mir in einer Bildunterschrift einen falschen Namen und unterstellte, ich habe gesagt, sie habe die Austern gewählt "weil die so eine erotisierende Wirkung haben". Haben wir sehr drüber gelacht. Wie es mit Skorpionen so ist, wurde ich irgendwann abserviert, nur um, wie es mit Skorpionen so ist, wieder aufgegabelt zu werden. Was das angeht, hatte ich keinen Stolz, denn ich hatte sie vermisst. Aber wie es mit Freunden, denen man eine Zeit lang nicht vergeben wollte, so ist - unser Verhältnis hat sich verändert.

Heute fühlte ich mich verkleidet, als ich den Dolce-Mantel aus dem Mottenpapier holte, mir die Botschaftsschuhe kaufte und gleich anzog und Unter den Linden flanierte. Der Mantel fühlte sich an wie eine Behauptung. An sich nicht verkehrt, weiß ich als Autor, denn oft baut man sich seine eigene Realität mit Behauptungen. Das nicht-wissen-wie-man-die-Miete-zahlen-soll-aber-lässig-in-ihrem-Schatten-über-rote-Teppiche-schlendern habe ich jahrelang wacker durchexerziert. Nicht ad nauseam, aber sehr sehr ausgiebig. Die Zeit, in der ich die Teppiche nicht hatte, haben sie mir nicht gefehlt, und wenn, dann habe ich den für mich ausgerollten vermisst, nicht den ihren. Und so nahm ich dann vorhin nach der zweiten Tasse Kaffee mein Mäntelchen, mein Haus, und schlug die Essenseinladung aus. Wahrscheinlich hätte ich auch auf der Karte im Adlon wieder nur Bratkartoffeln gefunden. Anders als früher, möchte ich in Zukunft dort nur mit ihr hingehen, wenn ich sie einladen kann. Der Tag wird kommen.

Tell me the truth

"It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting." Douglas Coupland, "Eleanor Rigby".

Zufallsbild

fake-edie

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

der leigh hätt ich...
der leigh hätt ich gern mal die haare bisschen...
glamourdick - 5. Nov, 18:59
war von der signoret...
war von der signoret ziemlich begeistert - wusste gar...
spango - 5. Nov, 17:22
der vollständigkeit...
der vollständigkeit halber bestell ich mir die...
glamourdick - 5. Nov, 13:33
interessant: habe ja...
interessant: habe ja vor etwa einem monat ship of fools...
spango - 5. Nov, 12:58
die dvds waren für...
die dvds waren für dussmann-verhältnisse...
glamourdick - 5. Nov, 08:01
@ Tod Spango: LOVING...
Hatte "Ship of Fools" komplett falsch in Erinnerung*,...
glamourdick - 5. Nov, 06:58
die antwort fiel so blogtextmäßig...
die antwort fiel so blogtextmäßig aus, da...
glamourdick - 5. Nov, 06:51
ship of fools ist großartig......
ship of fools ist großartig... auch der rühmann...
spango - 5. Nov, 00:52
Ich lass mich ja gern...
Ich lass mich ja gern beschenken. Und wenn Fremde und...
Au-lait - 4. Nov, 20:17
hab bislang nur hohes...
hab bislang nur hohes lob zu den diaries gelesen. sehr...
glamourdick - 4. Nov, 12:41

Suche

 

Glam gezählt

Der Schnee vom vergangenen Jahr

Archiv

November 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 2 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Status

Online seit 1625 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Nov, 18:59

Elefanten-News

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB


Auf der Couch
Auffaellig
but it refuses to shine
Crazy Ladies
Dann sind sie Helden
FINDET INES!
From the box
Gay astray
Gestern wollt ich noch sterben
Glam gruebelt
impressed
Lessons in Glam
Movies from HELL!!!
per se, also als solches
Pornsville
Sätze, die Glam gerne hört
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren