From the box

Sonntag, 6. September 2009

1989

1989

Donnerstag, 24. Mai 2007

URBAN GOTHIC oder FOAMING PINK

„Weißt Du, was mich absolut wahnsinnig macht?“
„Was denn?“
„Wenn ich nach Hause komme, und mein Untermieter hat den Schlüssel von innen stecken lassen. Ich hab ihm das schon fünfmal gesagt. Und er merkt es sich einfach nicht. Eine Zeit lang habe ich das Schlüsselloch mit Tesafilm zugemacht, damit er irgendwie mitbekommt, dass sein Impuls gestoppt gehört. Ich hasse es vor meiner eigenen Tür zu stehen und klingeln zu müssen.“
Allein der Gedanke macht mich aggressiv.

Zwei Prosecco auf Eis, zwei Gläser Rotwein zu diesem Zeitpunkt. Später folgen zwei Wodka-Cranberry und ein Becks Gold.

Im BARBIE DEINHOFF wirft ein Fashion-Punk-Mädchen einen Schäferhund-Mischlingswelpen in die Luft und schüttelt ihn nach dem Auffangen liebevoll hin und her. Ich denke an Louise Woodward und die PETA. Anstatt direkt auf die betrunkene Tierquälerin einzuwirken improvisieren mein Popsänger-Freund und ich neue Texte auf die Punkplatte, die gerade abgespielt wird und singen

STUPID PUNK CUNT
STOP THE DOG-SHAKE
DON´T SHAKE THE BABY
BABY DON´T SHAKE THE BABY
DOGGY´S BABY BRAIN GOES FUZZY
STUPID PUNK CUNT
I´LL GET MY GUN
I´LL HAVE MY FUN

Ein berüchtigtes blondes, polnisch geborenes Starlet-Groupie hat sich an eine noch ahnungslose Kreativ-Unternehmerin herangehängt, die noch nichts von der Fatalität ihrer Liaison weiß. Sie duldet, dass man Welpen wirft... Ihre Pudelhündin zeigt Zeichen von Verwahrlosung. Warum sie also vor Agniezka G. warnen?

Wie in einer Edgar Allan Poe-Geschichte erscheint eine junge Frau in der Tür, wabert in den Raum. Sie ist Anfang 20, sehr blass, hat wallendes glänzendes teerschwarzes Haar. Getrocknete Mascara-Tränen zieren ihre Wangen bis auf Nasenspitzenhöhe und es sieht absichtlich aus. Deliberate. Über dieses Wort habe ich mir in den vergangenen Wochen aus gegebenem Anlass (Schlüssel im Tüschloss) viele Gedanken gemacht. Egal. Während ich ihr Gesicht studiere, trifft sie meinen Blick, öffnet den Mund und ruft dem DJ zu „Der starrt mich an“. Recht hat sie und ich starre meinen Mann. Ich halte den Blick und starre sie in einen Stuhl, bis sie einen Buckel macht, sich windet und vermutlich überlegt, welche Schauspielschulen-Erstsemester-Improvisation als nächstes an der Reihe ist. Die ganze Episode schreit nach „Das Kleine Fernsehspiel“.
Mein Pop-Sänger-Freund ist beeindruckt von der Giftpfeil-Kraft meiner nachtblauen Aura und ich selbst wundere mich. (Die Farbe meiner Aura wurde kürzlich im Rahmen eines Drogenversuchs festgestellt.)

Im Roses knöpfe ich meinem Begleiter das Hemd auf und knete seine Brust. Er hat ein paar Kilo zugenommen und ist von TV-Magerkeit zu taktile Sehnsüchte wahr machender zarter Fleischigkeit gereift. Sein Freund sitzt neben mir, abgewandt. Er hat sich in ein Tresengespräch verwickeln lassen – ein charakteristischer Roses-Abend. Dann fällt die Frage, die wir uns mindestens einmal im Jahr stellen, immer im Roses, immer an der Bar: „Glaubst Du dass wir jemals Sex haben werden?“ Ich nicke zuversichtlich und wissend. Bislang hat uns dieses erotische Zögern, das unsere Freundschaft prägt, ausgereicht. Und das wird auch noch ein paar Jahre so bleiben. Wir berauschen uns schon sexlos aneinander, warum übertreiben, wenn es gerade am Schönsten ist? Wir bitten um einen Kellnerblock und schreiben schnell noch ein Lied, das unsere Sehnsucht, die eine hingezogene Vorfreude ist, zum Thema hat.
Dann gleite ich in meinem neuen schwarzen Mantel, der Thierry-Mugler-Raben als Dali-Traumbild erstehen lässt, wie ein Stummfilm-Schatten in ein Kurzstrecken-Taxi, fliege heim, die fünf Treppen empor, stecke den Schlüssel ins Schloss, doch er lässt sich nicht drehen, weil von innen einer steckt. Ich werde lindgrün, meine Krallen fahren aus, meine Haare flattern draculesk und meine bleiche Hand legt sich auf die Klingel und drückt. Nach einigen Geräuschen nächtlich gegen Möbel-klatschenden Fleisches öffnet sich die Tür, der Hund bellt freudig, sein Besitzer blinzelt müde. Der Hund springt an mir hoch, reißt mit seiner Kralle meine Unterlippe blutig und mit meinen Worten spucke ich feinste Bluttröpchen in die Luft.
„FUCK YOU. FUCK YOU – Didn´t I tell you-„
Er schließt seine Zimmertür und ruft „NOT NOW.“
Ich skandiere „I. WANT. YOU. OUT!“

Beim Zähneputzen wird der Zahnpasta-Schaum rosa. Ich habe rosa Schaum vorm Mund. Muss lachen. Ich gehe ins Bett und schlafe einen ruhigen, tiefen, befriedigen Schlaf.

(Das ist mein allererster Blogtext, damals hatte ich nur noch keinen Blog.)

Mittwoch, 23. Mai 2007

EXQUISITE CORPSE (mit Gabriel, 2004)

neon fur and cigarettes
kissing into closing time
the city´s full of movie-lads
bimbos, babes and suffragettes
we gaze and talk and think
and drink our drink, it´s pink

Freitag, 18. August 2006

MEMORY IN A BOX 2: GLAMBREAK

Ich habe mal einen Award zerbrochen, den ich stellvertretend für jemanden in Empfang nehmen sollte. Stellvertretend einen Award in Empfang zu nehmen ist ja an sich schon eine sehr unangenehme Aufgabe: Das Publikum freut sich, wenn der Name des Gewinners aufgerufen wird, über, für und mit seinen Star, der Star wird von der bescheuerten Kuh von Moderatorin auch angesagt (obwohl sie gebrieft hätte sein müssen, dass der Star anderweitig unterwegs) und dann muss Glam auf die Bühne und es kommen natürlich Buhrufe und viel Gemurmel "Wer ist das?", "Ist das nicht?" "Wo ist denn XY?". Da es sich um ein Starduo handelte, das den Award verliehen bekam, war an meiner Seite die Ehefrau des anderen Teils des Starduos. Wir stellten uns vor (peinlich genug), stotterten unser stellvertretendes Dankeschön und traten ab. Sehr auf Adrenalin. Mit der hübschen kleinen Statuette, so dachte ich fälschlich, gibt´s an der Bar sicher ein Fläschchen Champagner gratis. Und so knallte ich sie theatral auf den Tresen. Versehentlich dabei zu klump. Erschrak. Verschwor mich mit der Ehefrau, dass dies niemand würde erfahren dürfen. Wir wollten dicht halten und das Ding würde ich kleben, dass man gar nicht sah, dass es einmal für ein Glas Schampus als ideeller Pfand verliehen und dabei beschädigt wurde.
Das Problem war aber, dass ich an diesem Abend so fantastisch aussah. Ich wollte den Leuten, die mich anschauen mussten, anstelle des Starduos, immerhin etwas bieten. Und so siegte die Eitelkeit, als mich ein Fotograf mit den beiden Hälften der Statuette ablichten wollte. Nicht dass es des Fotos und dessen Abdrucks bedurft hätte. Die Ehefrau hielt nicht dicht, nicht einmal einen Tag lang. Aber das Starduo war amüsiert. Und irgendwie auch im Nachhinein bestätigt, nicht selbst erschienen zu sein, denn was will man auf einem Event wo sie zerbrechliche Preise verleihen? Und würde mein Scanner funktionieren, dann könntet Ihr das glamouröse Foto von mir jetzt hier sehen, das ich aus meiner Memory-Box gefischt habe.

Freitag, 9. Juni 2006

MESSAGE IN A BOX, 1

Ich habe eine Menge Kartons mit und ohne Datumsaufschrift in meinem Arbeitszimmer stehen. Darin viele Jahre meines Lebens: Postkarten, Briefe, Einkaufszettel, Rechnungen, Mixtapes, Visitenkarten. Manchmal, meist um irgend eine Wartezeit zu überbrücken, greif ich russisch-roulettig in einen hinein und fördere so etwas zu Tage: Ein Zettel, ca. 5 x 10cm, darauf in mir unbekannter Handschrift:

"... geduldig und verständnisvoll. Ich weiß ja, dass es schwierig ist mit mir. Aber glaubst du nicht, dass es sich lohnt? Ich bringe Dir soviel Zuneigung entgegen, wie ich es nie wieder werde tun können. Bitte belüge und betrüge mich nicht, sei lieb zu mir und unterstütze mich. Dein Dich ewig liebender A.
P.S.: Was kann ich denn dafür, dass der liebe Gott mich zu einem Mann gemacht hat, den die Weiber nötigen, dass er mit ihnen schläft? Du bist doch trotzdem der Beste."

Und ich habe keinen Schimmer, um was es da geht.

Tell me the truth

"It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting." Douglas Coupland, "Eleanor Rigby".

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