Crazy Ladies
Ich bin fassungslos. Ganz taub, innerlich. Ich kann die Welt nie wieder mit den gleichen Augen betrachten wie noch vor ein paar Minuten. Es ist, als habe man mir ein Licht in der Seele ausgeblasen. Was sag ich - einen ganzen Lüster. Es bleibt mir nichts, als meiner Fassungslosigkeit hier ein Denkmal zu setzen. Die Welt ist schlecht, so schlecht. Und mein Herz weint. Weint über den schrecklichen, unglaublichen, brutalen, grausamen
Verlust der Tori Spelling. Man reiche mir den Trauerflor. Tori, Du schaffst es, auch wenn es jetzt gerade ganz ganz schwarz aussieht in Deiner Welt. Tori, halte durch. Eines Tages, da werdet Ihr Euch wiedersehen. An der Himmelspforte, wo Euch Jason Priestleys Yorkshire Terrier Fifi wieder vereinen wird - ein Engel mit vier Pfoten.
glamourdick - 19. Jun, 12:46
Papst beim Beten erwischt.
glamourdick - 20. Mai, 11:06
Hitchcock hat einmal versucht, den Begriff "Suspense" zu erklären. Wenn Du also einen Film drehst, in dem eine Bombe explodiert, dann gibt es zwei wesentliche Möglichkeiten, das zu inszenieren. Du zeigst einen Raum, in dem Menschen sitzen und dann explodiert der Raum. Oder Du zeigst einen Raum, in dem Menschen sitzen, und dann zeigst Du eine Bombe, die in diesem Raum, von den Menschen unentdeckt, vor sich hintickt. Voila suspense.
Der Savage-Grace-Film ist dann leider doch so, dass man durch ein Mikroskop schaut, das falsch eingestellt ist (was der Projektor im Central definitiv war: unscharfes Bild, schlechte Kontraste). Das Buch hingegen ist ein Kaleidoskop, ein fies schillerndes. Das Buch beginnt mit dem Mord, der Film endet damit. Den Mord an den Anfang des Buches zu stellen ist ein mutiges Unterfangen, weil es die Spannung zu halten gilt - was den Autoren mehr als gelingt. Im Film will keine Spannung aufkommen, jedenfalls nicht, wenn man die Geschichte nicht kennt. Herr Strike und der Ereignishorizont jedenfalls langweilten sich. Herr Strike litt auch noch, zusätzlich, weil es in dem Film keine Minute gibt, in der nicht geraucht wird, was ja nicht so schön ist, wenn man im Kino nicht rauchen darf und immer zuschauen muss. Schöne Bilder, ja. Und auch die Auswahl der Szenen ist eigentlich stimmig, aber, und jetzt zitiere ich einen Satz, den ich in letzter Zeit zu oft gehört habe: die Klammer fehlt. Die Sympathielenkung ist unspektakulär, Alle Figuren sind einem von vorn herein unsymapthisch - mit Ausnahme Tonys, dessen Sturz in die Schizophrenie, abgehandelt in zweieinhalb Minuten, unschlüssig wirkt.
Dennoch. Ich kann nicht sagen, dass mir der Film nicht gefallen hätte. Die Ausstattung beispielsweise ist hervorragend. Hair and Make up, und das meine ich jetzt ganz unkokett - wunderbar. Selten so gute Perücken gesehen wie auf Julianne Moores Kopf. (Auch der Haarverlust ihres Filmgatten ist gelungen inszeniert.) Ich hasse nun mal schlechte Filmperücken und deshalb freue ich mich um so mehr, wenn es diesbezüglich einmal nichts auszusetzen gibt. Die Dialoge verlassen sich auf die Buchvorlage und das ist gut, denn die Vorlage gibt viel her. Julianne Moore ist eine feiner, eiserner Schmetterling. Ihre Körpersprache kann mit der von Jessica Lange mithalten. Was sie mit ihrem Körper darstellt - die Bandbreite von Marilyn Monroe bis Anna Magnani. Stephen Dillane - leider war Jeremy Irons zu alt für die Rolle des Brooks. Dillane lässt einen kalt. Brooks Baekeland aber sollte einen mit seinem Snobismus wütend machen und nicht kalt lassen - ein paar Sätze mehr hätten für seine Rolle Wunder gewirkt. Aber Eddie Redmayne: der Mann ist so schön, dass er fast schon hässlich ist. Eine bessere Besetzung könnte es nicht geben. Leider gibt das Drehbuch ihm nicht genug Raum, den emotionalen Verfall zu zeichnen. Ich will mehr Filme mit Eddie Redmayne.
Ich würde mir wünschen, dass in vielleicht zehn Jahren mal jemand den Stoff neu adaptiert, und zwar als Kaleidoskop, am Liebsten als Mini-Serie. Oder sagen wir in 5 Jahren, dann könnten Eddie und Julianne noch einmal dabei sein. Meine Empfehlung: Kaufen Sie das Buch und dann leihen Sie sich die DVD.
glamourdick - 18. Mai, 09:18
Schreibt
Bild. Und Gayromeo informiert mich, dass heute der Internationale Tag gegen Homophobie ist. Also sollten wir uns einsetzen für lesbische Killernutten.
Via
Caliban.
glamourdick - 17. Mai, 10:55
Und irgendwo kriegt das Buch die Kurve, wie es überhaupt in einem Loop funktioniert, mit dem Mord beginnt und mit dem Mord endet. Nach all dem Schrecklichen, das man über sie erfahren hat, kommt man nicht umhin, so etwas wie Mitgefühl mit dem Muttermonster zu empfinden, das seinen eigenen Tod ganz klar mitverschuldet hat. Nicht, insofern als dass sie sich ihren Mörder selbst erzogen hat - Schizophrenie ist keine Frage der Erziehung. Aber insofern als dass sie ihn nicht losgelassen hat. Alle Versuche einer psychiatrischen Behandlung waren halbherzig, und das, nachdem Tony mehrfach aufgrund aggressiven Verhaltens auffällig geworden war. Für seine Angriffe auf die Mutter und Großmutter gibt es zahlreiche Zeugen. Der Vater schritt nicht ein, weil er nicht an Psychiatrie "glaubte". Später setzte er sich dafür ein, dass sein Sohn in der Nervenklinik in England bleiben solle, weil das ein so ruhiger, friedlicher Ort sei. Die Zeugen schritten nicht ein, weil sie annahmen, dass zwar zwangsläufig etwas Schlimmes geschehen würde, ihre gute Kinderstube ihnen allerdings eine Einmischung verbot. Noblesse oblige.
Da liegt eine Frau auf der Straße, mit gebrochenen Knochen, einer blutenden Kopfwunde. Der Sohn, der ihr das angetan hat, mit dem sie schläft, steht schreiend daneben, die Leute schauen zu. Wenige Tage Klinik, dann ist er wieder frei. D.h. gefangen. Bei ihr. Wenige Wochen später gelingt es ihm dann endlich, er kriegt sie tot. Und hat so etwas wie Ruhe.
"Savage Grace" twistet und turnt die Gefühle des Lesers. Es macht nicht betroffen, es macht benommen.
Der Film, stelle ich gerade zu meiner Überraschung fest, ist bereits in Deutschland gestartet. Mehr "Savage Grace" demnächst hier.
glamourdick - 14. Mai, 14:02
Die Beales, die Wrights, die Baekelands – der Herr Strike schubste mich darauf. Ja, ich habe eine Faszination für gothic families. Anders kann man sie nicht bezeichnen. Durch Hassliebe verbundene Verwandte, die sich das Leben zur Hölle machen, sich im Weg stehen, sich in ihrem Irrsinn bestätigen, sich zerstören. Familien, in denen Gesetze und Regeln herrschen, die für Außenstehende nicht nur schwer nachzuvollziehen, sondern oft auch schlicht schockierend sind. Dare Wright und ihre Mutter, die bis ins hohe Alter ein Bett teilen. Die Mutter eifersüchtig auf den eigenen Sohn, den sie der Tochter vorenthält, bis er als attraktiver Mann vor ihr steht und sich die Geschwister (unerlöst) verlieben, was bei ihm zum Alkoholismus und bei ihr zu einer Einschweißung des kindlichen Status führt (John Irving hätte die beiden ins Bett geschickt). Tony Baekeland und seine Mutter Barbara, bei denen der Inzest vorgeblich ein Versuch war, ihn vom Fluch der Homosexualität zu befreien. Stattdessen endete sie mit einem Messer in der Schulter und er in einer kleinen Osyssee durch Psychiatrie und Gefängnis. All das, weil der Narzissmus der Mutter so weit ging, dass das Schönste, was je aus ihr hervorgegangen war, Tony, wieder vereinnahmt werden musste. Er muss so etwas wie ein gespendetes Organ für sie gewesen sein, dass sie sich zurückgeholt hat. Es sollte ihr nicht gut tun.
Mutter und Tochter Beale, Edie und Big Edie, die mit Waschbären, scheißenden Katzen und einer Kochplatte neben dem Matratzenlager vegetieren – aber mit Grandezza und Flair. Das Haus zerfällt, aber Hauptsache die Brosche zaubert ein bisschen Glamour auf den kahlen, mit einem Pullover umwickelten Schädel. Der Nerz hat Mottenlöcher, aber es ist Nerz!
Das sind Menschen, die man beobachtet wie einen Unfall.Wie ein Nachtrag zum Happy Ending, das schon damals keines war – selbst als Opa Baekeland das Bakelit erfand, den Vorgänger des modernen Plastiks, das zweifelsohne mehr Fluch als Segen darstellt. In der dritten Generation des Upper-Class-Saugens zermalmt und zerbröselt sich die kaputte Plastik-Sippe. Geld ist zwar noch da, und Anspruch, und ein Adressbuch pickepackevoll mit Principessas und russischen Aristokraten, Autoren und Malern. Man speist mit Wallis Simpson. Aber dem eigenen Kind gibt man kein Spielzeug, weil irgendein LSD-Promi das Kind betrachtet und konstatiert „Tony ist so wild und reizend, er soll mit der Natur spielen!“ Statt Puppenspielen oder Fußball skizzierte er Insekten und züchtete Orchideen, wenn er nicht Fliegen die Flügel ausreißt. Als eine Bekannte der Familie auf Tonys Stottern angesprochen wird ist sie überrascht: „In meiner Anwesenheit stottert er nicht.“ Weil da nicht die Zügel einer überkandidelten Selbstdarstellerin und eines selbstverliebten Horror-Snobs an ihm zerren, die das Kind entweder mit Liebe zuschütten oder sich selbst überlassen. Das wirklich schockierende an der Lebensgeschichte der Familie Baekeland sind die Kommentare der Freunde und Verwandten. „Wir haben es kommen sehen.“ Unisono. Den Tod der Mutter von Hand des Sohnes. Whoops, there goes the neighbourhood.
Edie Beale hatte noch ein paar schöne Jahre, nachdem Big Edie verstorben war und sie Grey Gardens den Rücken kehrte.
Dare Wright wurde zur Alkoholikerin und dann zum Pflegefall.
Tony erstickte sich mit einer - ich schäme mich fast, es zu sagen - Platiktüte. Im Gefängnis, in das er eingewiesen wurde, nachdem er, raus aus der Psychiatrie, mit einem Messer auf seine Großmutter losgegangen war. Über die hatten die Pfleger in der Psychiatrie angesichts eines Besuchs bei ihrem Enkel festgehalten: „Maternal grandmother still seems less disturbed by her daughter´s death than by the fact that her dear little Tony is in trouble. She seems just as mad as the rest of the family.“
Und warum mich das fasziniert? Weil ich gerne Horror lese. Und die Brutstätte des Schrecklichen selten anderswo zu finden ist als im Schoß der Familie. Das wird allerdings nur Außenstehenden klar. Innerhalb der Familie erscheint einem ALLES als normal.
Quellen: Grey Gardens, The Secret Life of the Lonely Doll, Savage Grace.
glamourdick - 13. Mai, 11:43
"As my grandmother used to say - One of the uses of money is that it allows us not to live with the consequences of our mistakes."
"Brook´s mother is much too beautiful for her own and everyone else´s good. (...) The only relation that anyone - man, woman, child, even her own children - can have with her is a flirtatious one."
"Once at their place on the Cape when i was there for dinner, Barbara and Brooks got Tony to read the Marquis de Sade out loud. He didn´t read particularly well. (...) It struck me as very peculiar."
"It was a terrific aging actress role that Barbara Baekeland eventually played. she couldn´t get over the fact that she´d been John Jacob Astor´s gilrfriend for a minute. It was a theme, it was constantly there. It was her notion of herself and that´s what her behaviour was based on."
"She wound up conceiving her own killer."
"Official Visitors File, Broadmoor Hospital: Maternal grandmother still seems less disturbed by her daughter´s death than by the fact that her dear little Tony is in trouble. She seems just as mad as the rest of the family."
glamourdick - 12. Mai, 10:18
"(Barbara´s son Tony) was not only homosexual but a practicing one. That was a terrible shock to his mother, who fought against it with him, ferociously. She may even have died in one of their fights over it."
"A son killing a mother is Greek tragedy but this is much worse - much much worse. I think that she killed him."
"That´s a real question - who killed who. It was a real dance, a minuet."
"Sylvie was his first girlfriend, you see. He brought her to meet Barbara and Brooks in Paris - brought her home like a kitten bringing its first killed mouse, and laid it a their feet."
"Before they separated, Barbara told Brooks "You know, I could get Tony over his homosexuality, if I just took him to bed."
"I always heard that the mother and son slept together. (...) It certainly was the talk of the East Hampton set."
"She did not say or do anything to resist his assaults."
"His great improvement in prison may be due to relief from the great strain of his relationship with his mother."
Savage Grace, Natalie Robins and Stephen M.L. Aronson.
glamourdick - 10. Mai, 09:42
wieviel Scheiße ein einzelnes Mädchen in einem Zeitraum von 5 Stunden von sich geben kann. Ist das Körperverletzung, wenn ich zum Paketklebeband greife?
glamourdick - 7. Mai, 19:11
The bitch still sucks. But I love the album.
glamourdick - 30. Apr, 10:10