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Freitag, 5. Juni 2009

THE MONSTERS OF TEMPLETON by LAUREN GROFF

Nach Wally Lambs "The Hour I first Believed" nun ein weiterer Roman über Familienfindung*. Nicht minder packend, um einiges crazier, leichter und mit einer feinen Dosis Magischer Realismus. Und wenn man denkt, jetzt ist´s vorbei, perfekter kann kein Ende sein, dann kommt ein weiteres und man denkt - perfekt, perfekter kann kein Ende sein und dann kommt ein weiteres und man begreift, dass die Definition von Perfektion täglich aufs Neue festgelegt werden muss. Uneingeschränkt empfehlenswert, wie ein Buch nun mal zu sein hat, wenn darin ein See mit dem Namen "Lake Glimmerglass" Schauplatz ist.

(Und wenn man dann den Plural am Ende begreift - you´re gonna love love love it!)

* "Father is fiction, mother is fact" - ein uralter Topos, der nicht aufhört zu faszinieren. Literaturwissenschaftler warfen einmal die Frage auf, ob die Suche nach dem wahren Vater der Urknall für das Genre des Detektivromans (und somit des Krimis) ist.

GLAM GOES BACK

Liege ich auf einer Couch, in einem Einfamilienhaus irgendwo am Rhein, in einem Zimmer, das normalerweise als Kinderzimmer genutzt werden würde, auf einem Sofa, Augen geschlossen, und außer mir noch anwesend: die Pornoqueen und ein mittelalter Herr. Ich habe mich überreden lassen, als Versuchskaninchen für die Pornoqueen eine Rückführung über mich ergehen zu lassen. Bevor sie sich darauf einlässt wollte sie sichergehen, dass das eine ungefährliche Geschichte sei, und ich war auch ein bisschen neugierig, weil ich endlich bestätigt haben wollte, dass ich Marilyns Wiedergeburt bin wie weit mein aufgeklärter Geist mit etwas umgehen würde, das er für Hokuspokus hält. Augen zu mit einem Fremden und der Queen im Raum ist an sich schon seltsam. Dann aber auch noch das Eso-Gequatsche des Reinkarnationsexperten und ein paar unterdrückte Lacher von der Queen. Ich soll Treppen runtergehen, immer weiter und weiter und natürlich sehe ich irgendwann etwas - einen mittelalterlichen Marktplatz beispielsweise, aber ich bin in Goslar geboren, da sind Bilder mittelalterlicher Marktplätze nichts Überraschendes. Während ich diese Bilder sehe, bin ich immer noch konzentriert genug, die Situation als bizarr und unangenehm zu erleben. Nicht traurig oder deprimierend. Unwohl. Irgendwann merke ich, dass mir Tränen übers Gesicht laufen, dabei gibt es dafür keinen Anlass. Aber die Tränen hören auch nicht auf. Dann sehe ich eine Münze, auf der eine Frau abgebildet ist, die abwehrend ihren Arm vors Gesicht hält, als wolle sie sich vor einem Angreifer schützen. Und das ist auch schon das Ende der Anekdote und der "Rückführung". Während die Queen das gleiche Ritual über sich ergehen lässt (und vor Lachen immer wieder abbrechen muss) sitze ich im Zimmer nebenan und frage mich, was das jetzt war oder sein sollte. Und weil ich die Antwort nicht finde, und dies damit gar nicht beschreibenswert und blogbar wäre, ich aber seit ein paar Wochen morgens aufwache, mit dem Arm genau so vorm Gesicht wie die Gestalt auf der Münze, deshalb steht´s hier jetzt doch.

Tell me the truth

"It has been said, by someone far wiser than myself, that nobody is boring who is willing to tell the truth about himself. To narrow this down further, someone equally wise said that the things that make us ashamed are also the things that make us interesting." Douglas Coupland, "Eleanor Rigby".

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