A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM oder I SAID A LITTLE PRAYER FOR YOU
Dass die Beziehung, der ich noch am meisten Perspektive zugeordnet hatte, gleichzeitig die unzufriedenstellendste war, ist mal wieder ein Beweis, dass man mit einer Verhaltenstherapie nicht früh genug anfangen kann. Damals stürzte ich mich jedoch zunächst in Ratgeberbücher. Das war auch nicht verkehrt, denn, als die Beziehung dann vorbei war, konnte ich selbst einen Ratgeber darüber verfassen, was man alles in Beziehungen besser nicht machen sollte. Der lief sogar recht gut, auf seinem kleinen schwulen Markt. Zu den Verodnungen, die ich mir als Autor und Ex verordnet hatte gehörte, den Mann zu meiden, der meine Große Liebe war, weil es mir nicht guttat, ihn beim Flirten mit anderen zu beobachten. Freunde sein ging gar nicht, da war mit einem Mal viel zu viel Hass. Hass kann eine Brücke sein. Friss das - Juliane Werding-Rosenberg-Silbereisen.
Das ich kann-Dich-momentan-nicht-sehen wuchs sich in einen vollständigen Abbruch des Kontakts aus. Seine Fotos landeten in der Ex-Box, einem goldenen Karton wo ich alles hineinwarf, das mich an ihn erinnerte. (Auch die Erinnerungen an den nächsten Ex mussten sich dort den Platz im Karton mit ihm teilen.)
Wir sind uns wieder begegnet. Kaputtes Herz macht schöne Lyrik, vielleicht veröffentliche ich hier irgendwann mal den Glam-Rap, der von einer dieser Begegnungen inspiriert ist. Die erste, bei der ich nicht weglief, sondern neben Cora an der Bar ausharrte, während er draußen mit seiner besten Freundin saß, den Kopf ans Fenster gelehnt. Weh tat das. Dann, vielleicht ein halbes Jahr später in einem Club steht er auf einmal vor mir und ich schnappe mir den armen Frankie, der mit mir Händchen halten muss, damit es aussieht, als ob ich einen schönen Lover habe. Was man alles tut. Aber da reden wir miteinander und lachen und er raucht eine mit mir, obwohl er längst aufgehört hat. Und ich heul mich in den Schlaf, weil ich denke, wie konnte ich etwas so Schönes wie ihn verlieren. "Ich schlag Dich zusammen, wenn Du es Dir mit dem vermasselst", hatte Georgette mich gewarnt. (Nein, hat sie dann nicht gemacht, zumal er es ebenso vermasselt hatte wie ich.)
Ein paar Jahre vergingen und ich war in einen anderen Mann verliebt. Und war neugierig, was wohl aus M.M. geworden war. Und fühlte mich stark genug. Und es kam zu zwei Begebenheiten, wo wir uns beinahe getroffen hätten. Aber es blieb bei einem Telefonat. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten sollte, dass ich nicht aufgeregt war. Aber, wie damals bei dem Treffen im Club hörte er sich gut an, wir lachten und seine Stimme brachte Erinnerungen zurück. Pointe? Keine. Ich hab letzte Nacht von ihm geträumt. Er hatte eine seiner scheusslichsten Jogginghosen an, aber selbst die sah an ihm gut aus. Ein paar Fältchen mehr um die Agen, warum hat er auch nie Sonnenschutz getragen? Ein bisschen verlegen war ich, hatte auch einen kurzen Fluchtimpuls verspürt. Und dann fiel mir im Traum der Satz aus Pretty Woman ein "It must be awfully hard to let go of something so beautiful." It was. Und deshalb ist M.M. eben auch nicht einfach ein Ex, sondern jemand, der meine Große Liebe war. Und heute bin ich froh, das wir eine Zeit lang den Weg gemeinsam gegangen sind.

Das ich kann-Dich-momentan-nicht-sehen wuchs sich in einen vollständigen Abbruch des Kontakts aus. Seine Fotos landeten in der Ex-Box, einem goldenen Karton wo ich alles hineinwarf, das mich an ihn erinnerte. (Auch die Erinnerungen an den nächsten Ex mussten sich dort den Platz im Karton mit ihm teilen.)
Wir sind uns wieder begegnet. Kaputtes Herz macht schöne Lyrik, vielleicht veröffentliche ich hier irgendwann mal den Glam-Rap, der von einer dieser Begegnungen inspiriert ist. Die erste, bei der ich nicht weglief, sondern neben Cora an der Bar ausharrte, während er draußen mit seiner besten Freundin saß, den Kopf ans Fenster gelehnt. Weh tat das. Dann, vielleicht ein halbes Jahr später in einem Club steht er auf einmal vor mir und ich schnappe mir den armen Frankie, der mit mir Händchen halten muss, damit es aussieht, als ob ich einen schönen Lover habe. Was man alles tut. Aber da reden wir miteinander und lachen und er raucht eine mit mir, obwohl er längst aufgehört hat. Und ich heul mich in den Schlaf, weil ich denke, wie konnte ich etwas so Schönes wie ihn verlieren. "Ich schlag Dich zusammen, wenn Du es Dir mit dem vermasselst", hatte Georgette mich gewarnt. (Nein, hat sie dann nicht gemacht, zumal er es ebenso vermasselt hatte wie ich.)
Ein paar Jahre vergingen und ich war in einen anderen Mann verliebt. Und war neugierig, was wohl aus M.M. geworden war. Und fühlte mich stark genug. Und es kam zu zwei Begebenheiten, wo wir uns beinahe getroffen hätten. Aber es blieb bei einem Telefonat. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten sollte, dass ich nicht aufgeregt war. Aber, wie damals bei dem Treffen im Club hörte er sich gut an, wir lachten und seine Stimme brachte Erinnerungen zurück. Pointe? Keine. Ich hab letzte Nacht von ihm geträumt. Er hatte eine seiner scheusslichsten Jogginghosen an, aber selbst die sah an ihm gut aus. Ein paar Fältchen mehr um die Agen, warum hat er auch nie Sonnenschutz getragen? Ein bisschen verlegen war ich, hatte auch einen kurzen Fluchtimpuls verspürt. Und dann fiel mir im Traum der Satz aus Pretty Woman ein "It must be awfully hard to let go of something so beautiful." It was. Und deshalb ist M.M. eben auch nicht einfach ein Ex, sondern jemand, der meine Große Liebe war. Und heute bin ich froh, das wir eine Zeit lang den Weg gemeinsam gegangen sind.

glamourdick - 14. Mrz, 09:30

