Ich habe mal einen Award zerbrochen, den ich stellvertretend für jemanden in Empfang nehmen sollte. Stellvertretend einen Award in Empfang zu nehmen ist ja an sich schon eine sehr unangenehme Aufgabe: Das Publikum freut sich, wenn der Name des Gewinners aufgerufen wird, über, für und mit seinen Star, der Star wird von der bescheuerten Kuh von Moderatorin auch angesagt (obwohl sie gebrieft hätte sein müssen, dass der Star anderweitig unterwegs) und dann muss Glam auf die Bühne und es kommen natürlich Buhrufe und viel Gemurmel "Wer ist das?", "Ist das nicht?" "Wo ist denn XY?". Da es sich um ein Starduo handelte, das den Award verliehen bekam, war an meiner Seite die Ehefrau des anderen Teils des Starduos. Wir stellten uns vor (peinlich genug), stotterten unser stellvertretendes Dankeschön und traten ab. Sehr auf Adrenalin. Mit der hübschen kleinen Statuette, so dachte ich fälschlich, gibt´s an der Bar sicher ein Fläschchen Champagner gratis. Und so knallte ich sie theatral auf den Tresen. Versehentlich dabei zu klump. Erschrak. Verschwor mich mit der Ehefrau, dass dies niemand würde erfahren dürfen. Wir wollten dicht halten und das Ding würde ich kleben, dass man gar nicht sah, dass es einmal für ein Glas Schampus als ideeller Pfand verliehen und dabei beschädigt wurde.
Das Problem war aber, dass ich an diesem Abend so fantastisch aussah. Ich wollte den Leuten, die mich anschauen mussten, anstelle des Starduos, immerhin etwas bieten. Und so siegte die Eitelkeit, als mich ein Fotograf mit den beiden Hälften der Statuette ablichten wollte. Nicht dass es des Fotos und dessen Abdrucks bedurft hätte. Die Ehefrau hielt nicht dicht, nicht einmal einen Tag lang. Aber das Starduo war amüsiert. Und irgendwie auch im Nachhinein bestätigt, nicht selbst erschienen zu sein, denn was will man auf einem Event wo sie zerbrechliche Preise verleihen? Und würde mein Scanner funktionieren, dann könntet Ihr das glamouröse Foto von mir jetzt hier sehen, das ich aus meiner Memory-Box gefischt habe.
glamourdick - 18. Aug, 12:04
All work, no play. Aber immerhin habe ich es geschafft, dass der Ipod die verschwunden geglaubten Playlists wiederentdeckt. Also konnte ich mir mit "Best of Rufus", Nick Hornby und einer Flasche Pescador einreden, dass ich mir auch mal drei gemütliche Stündchen in der von Brittbee neu bezogenen Hollywoodschaukel gönnen kann. Kurzurlaub sozusagen, den mein Körper nicht mehr ganz begreift, da ich die vergangenen 12 Tage durchgearbeitet habe. Es kommt mir vor wie 20.
Hinterhofgeräusche:
- Wecker
- Hip Hop
- Kinderschreien
- Erwachsenenlachen, männlich, schmutzig.
- Telefon
- Fahrrad klackt an Fahrradständer
- Türknallen
- Türöffner (kapi zili)
- Eisentor scheppert
- Dire Straits (bei Weitem am Schlimmsten)
- Drogendealer mit Hörschaden und hoher Stimmlage preist Qualität von Liquid E.
glamourdick - 18. Aug, 10:12