Die Datingphase begann mit der ungarischen Nachtviola. Dem Ende derBegegnung von überschaubarer Länge (2 Dates) habe ich bereits ein Denkmal gesetzt, das bei
Epicore Veröffentlichung fand. Dann zwei One Night Stands, beide gut. Dann ein Spaziergang mit einem Herrn, der zwar Kate Bush und Cora Frost mochte, aber das war auch die einzige Gemeinsamkeit, außerdem mochte er die falschen Lieder. Es blieb beim Spaziergang. Danach kam Mr. King, der zunächst überaus angetan schien und für eine Woche lang eine hohe Dosis Dick bekam. Er sagte Fußball ab, weil Herr Dick nicht mitschauen wollte und beschwerte sich später, es sei alles immer nur nach Herrn Dicks Nase gegangen (dabei hat der dem Mr. King seinen Fußball wirklich gegönnt, wollte aber um keinen Preis dabei sein. Ab einem gewissen Selbstzufriedenheitsstadium schreckt einen ein Abend allein zu Haus keineswegs mehr, in Dicks Fall sind das Abende in guter Gesellschaft. Und merke: lasse niemals zu, dass sich ein Mann von seiner Fußballübertragung trennt: Gefahr von heimtückischen Phantomschmerzen.) Danach der stylishe Tättowierte, ein Gayromeo-Kandidat, der mit "ich möchte ein Kind mit Dir" die Konversation eröffnete. Man verbrachte einen reizenden Abend in der Hollywoodschaukel. Am nächsten Tag gab sich der am Vorabend noch sehr verknallt gebende plötzlich sehr einsilbig. Einen weiteren Tag später hatte er Herrn Dick auf seiner Favoritenliste in den Blauen Seiten gelöscht. Immerhin teilte er schließlich schriftlich mit, dass der Abend ganz toll gewesen sei, er aber "mit Deiner Art" überfordert war. Believe me, das bin ich auch manchmal. Aber ist nun mal meine. Meine Art. Dann der Küsser vom Straßenfest, der überraschend von sich hören ließ. Das zweite Date, sittlich bei Latte Macchiato, brachte viele Parallelen an den Tag, sowie große Sympathien und Neugier seitens Herrn Dick. Vielleicht waren es die falschen Parallelen. Das nächste Date mit ihm, geplant für den Folgeabend, wurde dann per SMS abgesagt. Die Mitbewohnerin habe ihren Großvater an den Tod verloren. Jetzt schiebt man also schon die Verwandten von Mitbewohnern vor, aus Sorge um´s Karma und die leibliche Verwandtschaft? Hätte es nicht auch ein Hamster getan?**
Ich weiß nicht, ob es nachvollziehbar und/oder angesichts der Vielzahl unglaubwürdig ist, aber in jede Begegnung schritt ich mit weihnachtlicher Neugier, froher Erwartung und einem Fünklein Hoffnung. Die inflationäre Häufung mindert meines Erachtens keinesfalls die Glaubwürdigkeit: ich lerne einen Menschen nicht in einem Tag kennen, nicht in einer Woche. Es gibt Menschen, die habe ich nach Jahren noch nicht begriffen. Und dann hast Du sie endlich begriffen, stell Dir mal vor: da haben sie sich von heute auf morgen verändert! Steht ja jedem zu.
I need t i m e to get a picture. Ich brauche m e h r Zeit, mich zu entscheiden. Die anderen waren schneller.
Mein Vorteil - da ich ja nicht weiß, wie diese Menschen wirklich sind, fällt mir das Vergessen leichter. Ich habe keinen der Herren ausreichend kennen gelernt, um ihn wirklich vermissen oder bereuen zu können.
Vorsatz: Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber Dating-Days are over. Von nun an wird wieder nur gefickt. One Night Stands müssen sich nicht mit der komplexen Persönlichkeit des Dick auseinandersetzen. Es reicht, wenn sie ihm einen blasen.
Sekundärer Katatstrophendatings-Gewinn: Dafür, dass mir Menschen immer eher Angst gemacht haben war ich ganz schön mutig.
* Spanien war zu dunkel. Ich tippe auf 2,5.
** Edit: Mir wurde glaubwürdig ge-smst, es habe sich wirklich um den Großvater gehandelt, und ich entschuldige mich hiermit für meine Unterstellung und bedanke mich für die klärende SMS.